Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Eine Anschlussfinanzierung wird für Eigentümer relevant, wenn die Zinsbindung eines Immobilienkredits endet, aber noch eine Restschuld offen ist. Dann muss ein neuer Kredit abgeschlossen werden, um den verbleibenden Betrag weiter abzuzahlen.
Das Thema ist besonders wichtig, wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht auf einen Schlag abbezahlen können – was in der Praxis fast immer der Fall ist. Auch wenn Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht laut § 489 BGB Gebrauch machen wollen, kommt die Anschlussfinanzierung ins Spiel.
Wann ist eine Anschlussfinanzierung sinnvoll?
Eine Anschlussfinanzierung ist dann sinnvoll, wenn der offene Restbetrag nicht komplett bezahlt werden kann – oder Sie bei niedrigeren Zinsen von besseren Konditionen profitieren wollen. Nach zehn Jahren haben Sie das Recht, Ihren Vertrag mit einer Frist von sechs Monaten zu kündigen.
So lässt sich ein Kredit mit höherem Zinssatz durch eine Finanzierung mit günstigeren Konditionen ablösen.
Wie funktioniert eine Anschlussfinanzierung?
Spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung ist Ihre Bank verpflichtet, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten. Doch besser ist es, sich bereits früher – idealerweise ein Jahr im Voraus – mit anderen Angeboten zu beschäftigen.
So haben Sie Zeit, verschiedene Varianten zu vergleichen:
- Prolongation (Verlängerung bei derselben Bank),
- Umschuldung (Wechsel zu einer neuen Bank), oder
- Forward-Darlehen (Sicherung eines Zinssatzes bis zu 66 Monate im Voraus).
Je nach Zinslage kann die Anschlussfinanzierung teurer oder günstiger ausfallen als Ihr Ursprungsvertrag.
Arten der Anschlussfinanzierung
Prolongation
Sie bleiben bei Ihrer bisherigen Bank, bekommen aber einen neuen Zinssatz.
Vorteile:
- Kein Wechsel der Bank
- Kein Bonitätsnachweis notwendig
- Keine Grundbuchänderung
Nachteile:
- Oft schlechtere Konditionen
- Kein Wettbewerb
Umschuldung
Sie wechseln zu einer neuen Bank, die Ihnen bessere Konditionen bietet.
Vorteile:
- Zinsersparnis
- Neue Konditionen frei verhandelbar
Nachteile:
- Notar- und Grundbuchkosten
- Bonitätsprüfung notwendig
Forward-Darlehen
Bis zu 66 Monate im Voraus sichern Sie sich die aktuellen Zinsen für die Zukunft.
Vorteile:
- Zinssicherheit bei steigender Marktlage
- Planungssicherheit
Nachteile:
- Zinsaufschlag (Forward-Zuschlag)
- Risiko bei fallenden Zinsen
Tipps für Eigentümer
- Prüfen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren (§ 489 BGB).
- Holen Sie mindestens 6 bis 12 Monate vor Ablauf Vergleichsangebote ein.
- Nutzen Sie niedrige Zinsen für eine möglichst lange Bindung.
- Planen Sie Ihre Anschlussfinanzierung frühzeitig, um Handlungsspielraum zu behalten.
Fazit: Anschlussfinanzierung rechtzeitig planen
Ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen: Eigentümer sollten rechtzeitig alle Optionen zur Anschlussfinanzierung vergleichen. Mit der richtigen Strategie lassen sich hohe Zinskosten vermeiden und langfristige Vorteile sichern.
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